Gedanken zur Jahreslosung 2015
Jahreslosung 2015:

„Nehmt einander an,
wie Christus euch angenommen hat
zu Gottes Lob.“

(Römer 15, 7)
Gedanken zur Jahreslosung
von Pfarrer Christoph Bayer

Die Jahreslosung 2015 passt so gar nicht zu den guten Vorsätzen, mit denen viele von uns ins neue Jahr gestartet sind – vielleicht: gesünder leben oder: weniger arbeiten oder was sonst das Leben besser werden lässt. Aber einander annehmen? Da muss ich ja nicht nur an mich, sondern auch noch an andere denken. Nicht mein eigenes Leben soll besser werden, sondern das Zusammenleben. Wie soll das gehen?

Die Antwort liegt im zweiten Halbsatz: Wir können das weitergeben, was wir schon bekommen haben. Christus hat mich angenommen, obwohl ich nicht so bin, wie ich eigentlich sein sollte. Er hält zu mir, obwohl ich mich nicht immer an das halte, was die Worte der Bibel von mir erwarten.

Versuchen wir es also: Mein Nachbar braucht nicht so zu werden, wie ich ihn gerne hätte, damit man gut miteinander auskommt. Die Kollegin muss die Arbeit nicht genau so machen, wie ich es für richtig halte, damit das Arbeitsklima stimmt. Flüchtlinge in unserem Land brauchen nicht so zu sein, wie alle anderen Deutschen und können trotzdem willkommen geheißen werden.

Der Schlüssel liegt nicht darin, dass irgendjemand unbedingt anders werden müsste – sondern darin, dass ich das Anderssein der anderen annehme. Genau so hat nämlich Christus uns schon angenommen.
Ein ganzes Jahr voller guter Erfahrungen damit wünscht Ihnen - Ihr Pfarrer Christoph Bayer